Markus Wedemeyer vertritt Bremen auf Dialogforum

Zum vierten Mal hatte die Bundesärztekammer im Vorfeld des jährlich stattfindenden Deutschen Ärztetages zum Dialogforum mit jungen Ärztinnen und Ärzten geladen – diese Jahr nach Münster in Westfalen. Für die Ärztekammer Bremen waren dieses Jahr Lara Serowinski aus Bremen sowie Markus Wedemeyer aus Bremerhaven eingeladen.

Unter der gekonnten Moderation von Dr. med. Pedram Emami, dem Präsidenten der Hamburger Ärztekammer, diskutierten die Teilnehmer auf dem Podium über „Ärzte als Renditebringer“. Zunehmend würden, so brachte einige Teilnehmer aus dem Publikum ein, die Kommerzialisierung des Gesundheitswesens das Patientenwohl gefährden und forderten eine Umkehr. Doch u.a. Dr. med. Thorsten Kehe, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Märkischen Gesundheitsholding, die u.a. mehrere Krankenhäuser betreibt, zeigte deutlich den Konflikt zwischen den Gegebenheiten und dem Anspruch von Patienten und Ärzte auf.

In einem Beitrag griff Markus Wedemeyer diesen Hinweis auf: Es sei in der Vergangenheit nicht gelungen, in der Bevölkerung eine breite Mehrheit für eine andere, ggf. auch umfänglichere Finanzierung des Gesundheitswesens aufzubauen. „Es gibt“, so Wedemeyer im Nachgang, „zu viel Klage über die Zustände. Es fehlt an Lösungsvorschlägen.“ Wedemeyer sieht hier auch die Ärztekammern sowie die Berufsverbände in der Pflicht und lehnt Totschlag-Argumente wie den pauschalen Verweis auf ethische Verpflichtungen ab.

Jana Aulenkamp, Studierende der Medizin und ehemalige Präsidentin der Bundesvertretung der Medizinstudierenden, ging in eine ähnlich Richtung. Neue Strukturen ohne Denkverbote würden helfen, den eskalierenden Konflikt zwischen Ärzten und Kaufleuten zu entschärfen.

Nach dem Dialogforum im Gespräch: Dr. med. Johannes Grundmann und Dr. med. Heidrun Gitter vom Vorstand der Bremer Ärztekammer sowie Lara Serowinski und Markus Wedemeyer als Dialogteilnehmer (v.r.n.l.)

Im zweiten Teil diskutierten die Teilnehmer über die Frage, ob die Niederlassung ein Auslaufmodell sei, wenn es um die Versorgung von morgen gehe. Schon im Impulsreferat von Dr. med. Anne Wichels-Schnieber war die Frage verneint worden, auch in der nachfolgenden Diskussion konnten die Teilnehmer dies nicht bestätigen.

Allerdings: Die althergebrachte Form der Einzelpraxis sei dabei, ihren Rang als wesentliche Form ambulanter ärztlicher Tätigkeit zu verlieren. Kooperative Versorgungsformen von der Gemeinschaftspraxis über MVZs, Job-Sharing und Anstellungen bis hin zu Gesundheitsnetzen gehöre – da waren sich die Diskussionsteilnehmer im Wesentlichen einig – die Zukunft.

Und sie sind wesentlich mehr als nur eine „Fluchtmöglichkeit“ aus dem ungeliebten Berufsalltag im Krankenhaus, wie einige Teilnehmer annahmen. Die Ärztinnen und Ärzte aus dem ambulanten Sektor betonten die Freiheiten bei der Gestaltung der ärztlichen Tätigkeit – und dass sie es selbst in der Hand hätten, ärztliche Versorgung und wirtschaftliche Notwendigkeit im Gleichgewicht zu halten.

Photos: Bettina Cebulski