Rückruf von Valsartan beschäftigt Hochdruck-Patienten

Der europaweite Rückruf des Wirkstoffes Valsartan, welcher u.a. bei Bluthochdruck oder Herzinsuffizienz verschrieben wird, beschäftigt Patienten auch in Bremerhaven. Hintergrund ist der Rückruf von Arzneimitteln, die Valsartan enthalten (u.a. Diovan, Valsacor, Provas und andere), deren Wirkstoff vom chinesischen Hersteller Zhejiang Huahai Pharmaceutical produziert wurde

Lt. einer Pressemitteilung des Bundesamtes für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) ist der Hintergrund des Rückrufes eine produktionsbedingte Verunreinigung mit N-Nitrosodimethylamin. Dieser Stoff wird als wahrscheinlich krebserregend beim Menschen eingestuft, allerdings liegen noch keine Erkenntnisse darüber vor, ob und in welcher Konzentration die Verunreinigung in den betroffenen Arzneimitteln enthalten ist. Daher haben sich die Behörden zu einem vorsorglichen Rückruf aller betroffenen Chargen entschlossen und haben weitere Untersuchungen eingeleitet.

Ein akutes Risiko für Patienten besteht lt. BfArM nicht. Insbesondere besteht im plötzlichen Absetzen ohne Rücksprache mit dem verordnenden Arzt ein deutlich höheres gesundheitliches Risiko als die mögliche Verunreinigung.

Derzeit ist nur teilweise bekannt, um welche Chargen es sich handelt. Die Hersteller der Arzneimittel werden die Apotheken in den kommenden Tagen entsprechend informieren und möglicherweise betroffene Packungen zurückrufen.

++ Aktualisierung ++ Die vom Rückruf betroffenen Chargen sind mittlerweile bekannt gegeben worden. Patienten, die diese Präparate erhalten haben, können sich für den Umtausch an ihre Apotheke werden.

Wenn Apotheken Patienten bzgl. eines Rückrufes der ausgegebenen Packung  kontaktiert, stellt die Apotheke eine alternative Packung zur Verfügung, wenn es nicht um nur wenige Restmengen geht. Eine ersetzende Verordnung bzw. ein zusätzliches Rezept ist nicht erforderlich.

++ Ergänzung ++ Experten wie der emiritierte Göttinger Allgemeinmediziner Prof. Dr. Michael Kochen fürchten angesichts des weltweiten Rückrufs von 2.300 Chargen in 22 Ländern mittelfristig Lieferengpässe bei den Herstellern, die nicht von der Verunreinigung betroffen sind. Patienten unserer Praxis, die von möglichen Lieferengpässen nicht verunreinigter Präparate betroffen sind, werden gebeten, einen Termin zur Umstellung der Blutdruck-Medikamente zu vereinbaren.

Photo von Milica Buha / Wikimedia Commons